Statement zur Situation des Förderprogramms „Demokratie leben!“

Das Förderprogramm „Demokratie leben!“ steht unter massiver Kritik. Zum Jahresende sollen alle Innovationsprojekte bereits in der Hälfte ihrer Laufzeit eingestellt werden. Das betrifft auch unser Innovationsprojekt TRUST HUB. Ziel des Projekts ist die Prävention von Verschwörungsdenken und angrenzender Phänomene in Verbindung mit der Förderung von Selbst-, Sozial- und Medienkompetenzen insbesondere durch Workshops an Schulen.

Aber genau dafür gibt es hier vor Ort einen großen Bedarf:

Unser Innovationsprojekt TRUST HUB leistet:

  • Viele Jugendliche erleben Deutschland im Dauerkrisenmodus. – Dem damit verbundenen Vertrauensverlust setzt Drudel 11 den vertrauenstärkenden TRUST-HUB-Ansatz entgegen.
  • TRUST HUB kommt gut an. – Über 80% der Schülerinnen und Schüler bewerten die Workshops positiv.
  • Der erlebte Vertrauensverlust ist Nährboden für demokratiefeindliche Kräfte. – TRUST HUB stärkt Kinder und Jugendliche darin, die Mechanismen solcher Gruppen zu erkennen und sich gegen diese zu behaupten.
  • Algorithmen, Filterblasen, Deep Fakes, KI – TRUST HUB macht Kinder und Jugendliche fit für die Herausforderungen im digitalen Raum.
  • TRUST HUB versteht sich als verlässlicher Partner für die Regelstruktur „Schule“ – dafür benötigt unser Projekt längerfristige Planbarkeit.
  • TRUST HUB schafft eine Learning Community der kooperierenden Fachkräfte – dafür braucht es eine kontinuierliche Arbeit.
  • TRUST HUB unterstützt überwiegend Schulen im ländlichen Raum. – Damit gerade kleine Orte nicht durchs Netz fallen und abgehängt werden, braucht es regional verankerte Träger wie Drudel 11.
  • Die Arbeit von TRUST HUB ist überprüfbar. – Wir wollen Wirkung und unterstützen alle Maßnahmen zur Evaluation.

Aus diesen Gründen fordern wir:

Das Bundesfamilienministerium soll die in der Gesellschaft vorhandenen Bedarfe und die pädagogischen Angebote des Förderprogramms evaluieren.

Die Bundesfamilienministerin ist in der Regierungsverantwortung. Wie soll unser Land mit Extremismus, Jugendgewalt und Judenfeindlichkeit umgehen? Unserer Meinung nach braucht unsere Gesellschaft – gerade für junge Menschen – dringend Präventionsangebote, besonders im tertiären und sekundären Bereich, um diesen negativen Entwicklungen entgegenzuwirken.

Das Bundesfamilienministerium soll zuverlässige Bedingungen schaffen, um auch neue pädagogische Angebote, die auf neue Bedarfe reagieren können, zu entwickeln und zu testen. Modellprojekte sollten ein wesentlicher Bestandteil des Bundesprogramms bleiben.

Wir halten Gespräche auf Augenhöhe für dringend notwendig. Es muss eine Debatte geführt werden – über die pädagogische Arbeit, deren Wirkung für unsere Gesellschaft und verlässliche Bedingungen in einer Präventionsförderung.

Drudel 11 e.V.